Germany´s next Topwinzer...


Beim diesjährigen Bundesentscheid des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend, den der Deutsche Bauernverband (DBV) vom 25. bis 29. Mai 2009 auf Schloss Proschwitz bei Meißen durchführte, stellte unser Matthias seine herausragenden beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beweis. Mit 88,65 von 100 möglichen Punkten belegte er in der Sparte Weinbau I den 2. Platz. Matthias ist 21 Jahre und schließt Ende Juli seine Ausbildung bei uns im Winzerhof Burrlein in Franken ab.
Nach der Ausbildung wird er Ende September für ein Jahr nach Neuseeland fliegen, um dort weiter Praxiserfahrungen im rennomierten Weingut Hans Herzog zu sammeln.

Hier zehn Fragen, die die Mainpost an Matthias stellte:

Die Suche nach dem perfekten Wein
Freitags-Fragen: Wie sich einer der besten Jungwinzer Deutschlands seine Zukunft vorstellt


Frage: Dass ich Winzer werden würde, war klar, weil ...

Matthias Schuh: ...es einer der abwechslungsreichsten Berufe der Welt ist. Der Weinbau hat in meiner Familie eine lange Tradition, die ich auch gerne fortführen möchte. Hinzu kommt, dass man mit dem Beruf ein Produkt der Natur produziert, man arbeitet mit der Natur, man arbeitet mit Menschen. Es freut mich, wenn ich meinen Kunden mit diesem Produkt eine Freude mache.

Zum Frankenwein fällt mir ein ...

Schuh: Silvaner! Es ist interessant, Silvaner von verschiedenen Böden zu vergleichen. Franken ist für mich natürlich mehr als nur eins von 13 Anbaugebieten in Deutschland. Ich schätze die Menschen rund um den Frankenwein sehr. In meiner Zeit hier habe ich viele fränkische Winzer kennen gelernt, die ich auch nach meiner Ausbildung immer wieder gerne besuchen werde. Das ganze fränkische Weinland ist wunderschön, mit vielen Winzern, die dem Kunden etwas mehr bieten als Wein.

Das Gefühl, einer der besten Jungwinzer Deutschlands zu sein, ist ...

Schuh: ...eigentlich genau so wie davor. Wer glaubt, jemand zu sein, hört auf, jemand zu werden. Mein Wissensdurst ist noch lange nicht gestillt. Einer der Besten zu sein stärkt mich jedoch in dem Sinne, meinen Weg so weiter zu gehen, um irgendwann ein paar der besten Weine Deutschlands zu produzieren.

Der Weg zum Bundesentscheid war ...

Schuh: 370 Kilometer lang. Im Ernst: Das Rundherum des Wettbewerbs hat mir mehr gebracht als der Wettbewerb selbst. Der Gedankenaustausch mit den anderen Teilnehmern, entstandene Freundschaften, neue Sichtweisen. Ich möchte mich hier an dieser Stelle auch noch mal beim meinen Kollegen vom Winzerhof Burrlein, meinem Chef Frieder und bei meiner Familie bedanken. Sie alle haben mit ihrem Wissen und ihrer Unterstützung dazu beigetragen, dass der Weg bis zum Bundesentscheid möglich war.

Wie lief der Bundeswettbewerb ab?

Schuh: Der Bundeswettbewerb ging insgesamt eine Woche. Die Theorieaufgaben wurden zuerst abgehandelt. In der Praxis waren drei Aufgaben zu lösen: In Kellerwirtschaft musste ein Tank von der Hefe abfiltriert werden. In der Traubenproduktion musste in einer Teamaufgabe mit einem ausgelosten Partner ein Weinberg angelegt und Reben gepflanzt werden. Bei der dritten Aufgabe ging es um Vermarktung: Einem angehenden Hochzeitspaar mussten zum Menü Weine ausgewählt und vorgestellt werden.

Ist der Lehrabschluss für einen Bundeszweiten nur noch ein Klacks?

Schuh: Nein, so kann man das nicht sagen. Gerade die Theorie fällt mir nicht so leicht wie das Praktische, denn man muss viele Sachen wissen, die man in der Praxis vielleicht als nicht so ganz relevant ansieht.


Wie waren die Reaktionen, als Sie mit der Auszeichnung zurückkamen?

Schuh: Unterschiedlich. Viele waren total aus dem Häuschen und haben sich darüber gefreut. Es gab aber auch Desinteresse.


Was werden Sie nach der Lehre machen?

Schuh: Bis Ende Juli werde ich noch im schönen Franken bleiben. Bis Ende September werde ich zurück in den elterlichen Betrieb gehen um die Weinfest-Saison und den Anfang der Weinlese 2009 mitzuerleben. Am 24. September startet dann mein Flieger nach Neuseeland, um mich dort über den Weinbau zu informieren. 2010 möchte ich mit der Weiterbildung zum Techniker für Weinbau und Kellerwirtschaft in Weinsberg beginnen.

Wie sehen Sie ihre weitere Zukunft?

Schuh: Nach dem Abschluss des Weinbautechnikers werde in Sachsen im Steilhang oder im Keller stehen, um zusammen mit meinem Vater und unseren Mitarbeitern jedes Jahr das Maximum heraus zu holen. Wir haben zusätzlich zum Weingut in Meißen noch ein Weincafé und Gästezimmer: www.weinhaus-schuh.de. Ich finde es gut, wenn unsere Kunden einen Bezug zu unseren Weinen und auch zu den Menschen dahinter haben. Mein Ziel ist es, das was meine Eltern mit ihren Händen mühselig aufgebaut haben, mit meiner Schwester weiter zu führen.

Mein perfekter Wein sieht so aus ...

Schuh: Wenn es bei dieser Frage um den Wein geht, den ich gerne trinke, kann man das in drei Kategorien einteilen: Eine junge, spritzige Weißwein – Cuvée in der Sauvignon blanc enthalten ist. Ein Grauburgunder, vielleicht aus dem Holzfass. Ein kräftiger Spätburgunder, der eine Zeit im Barrique geschlummert hat. Ansonsten ist für mich der Wein perfekt, an dem ich selber nichts mehr auszusetzen habe. Mein Wein muss nicht mir alleine schmecken: Die den Wein trinken, müssen ihn perfekt finden. Wenn ich weiß, dass ich alles gegeben habe.